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<title>Izapa</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Izapa</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Izapa</b> ist eine bedeutende präkolumbische Stadt in <a href="Mesoamerika" title="Mesoamerika">Mesoamerika</a>. Mit <a href="Chiapa_de_Corzo" title="Chiapa de Corzo">Chiapa de Corzo</a>, <a href="Takalik_Abaj" title="Takalik Abaj">Takalik Abaj</a>, <a href="Kaminaljuy%C3%BA" title="Kaminaljuyú">Kaminaljuyú</a> und einigen kleineren Fundplätzen wird sie zumeist zu den frühen – von der <a href="Mokaya-Kultur" title="Mokaya-Kultur">Mokaya-Kultur</a> oder den <a href="Olmeken" title="Olmeken">Olmeken</a> beeinflussten – Stätten gezählt.
</p>


<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Lage">Lage</h2></div>
<p>Izapa liegt im Südosten des <a href="Mexiko" title="Mexiko">mexikanischen</a> Bundesstaats <a href="Chiapas" title="Chiapas">Chiapas</a> in der Nähe zur Grenze nach <a href="Guatemala" title="Guatemala">Guatemala</a> – der Grenzübergang über den <i>Puente-Talismán</i> ist etwa elf Kilometer entfernt. Die in Teilen restaurierte Ruinenstätte befindet sich nur etwa zwölf Kilometer südlich des Vulkans <a href="Tacan%C3%A1" title="Tacaná">Tacaná</a> in einer Höhe von etwa 260 m ü.&nbsp;d.&nbsp;M. In der Nähe fließt der kleine <i>Río Izapa</i>, der wenige Kilometer weiter südlich in den <a href="R%C3%ADo_Suchiate" title="Río Suchiate">Río Suchiate</a> mündet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Die wahrscheinlich bereits seit etwa 1500 v.&nbsp;Chr. besiedelte und – nach mehreren zwischenzeitlichen Krisenperioden – um 1200 n.&nbsp;Chr. endgültig aufgegebene Stätte erlebte ihren Höhepunkt in der Zeit von etwa 300 v.&nbsp;Chr. bis 300 n.&nbsp;Chr. Sie wurde erst in den 1930er und 1940er Jahren von der archäologischen Forschung wahrgenommen und erstmals untersucht; die meisten Funde werden in den Zeitraum von etwa 600&nbsp;v.&nbsp;Chr. bis ca. 300/400 n.&nbsp;Chr. eingeordnet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Wirtschaft">Wirtschaft</h2></div>
<p>In der Umgebung gedeihen <a href="Kakao" title="Kakao">Kakaopflanzen</a>; getrocknete <a href="Kakaobohne" title="Kakaobohne">Kakaobohnen</a> wurden möglicherweise – neben Gummi (<i><a href="Chicle" title="Chicle">chicle</a></i>) und Vogelfedern – als Handelsware in andere Gebiete <a href="Mesoamerika" title="Mesoamerika">Mesoamerikas</a> exportiert, was zum wirtschaftlichen und kulturellen Reichtum der Stadt beigetragen haben mag.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bedeutung">Bedeutung</h2></div>
<p>Izapa gehört mit einer Fläche von mehr als drei Quadratkilometern zu den größten Städten der präkolumbischen Epoche; die Zahl der damaligen Einwohner wird auf etwa 10.000 geschätzt. Die meisten Forscher nehmen gemeinhin an, dass sie in ihrer Frühzeit unter olmekischem Einfluss stand und später zu einem Bindeglied zwischen den frühen Kulturen Mesoamerikas und den <a href="Maya" title="Maya">Maya</a> wurde; einige wenige Archäologen betrachten die Kultur von Izapa als weitgehend originär und eigenständig. Aufgrund ihrer herausragenden Bedeutung und aufgrund von astronomischen und geographischen Messungen vermuten einige Forscher hier den Ursprung des mesoamerikanischen 260-Tage-Kalenders.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ruinenstätte"><span id="Ruinenst.C3.A4tte"></span>Ruinenstätte</h2></div>
<p>Nur etwa zehn Prozent des Areals von Izapa sind wissenschaftlich intensiv untersucht worden; die heutige Hauptgruppe ist der am längsten besiedelte Komplex 'F'; die Gruppen 'A' bis 'E' sind weitgehend naturbelassen und liegen südlich der CF200. Die rekonstruierten Bauten stellen etwa 1,5&nbsp;% der von vielen – von Menschenhand aufgeschütteten – Erdhügeln (<i><a href="Mound" title="Mound">mounds</a></i>) bedeckten Fläche dar.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Architektur">Architektur</h3></div>


<p>Die archäologische Stätte umfasst acht Untergruppen mit wahrscheinlich mehr als 100 künstlich aufgeschütteten Erdhügeln, von denen die frühen zum Teil mit großen abgerundeten Flusskieseln des nahegelegenen <i>Río Izapa</i> abgedeckt waren, wohingegen die späteren – etwa zehn Meter hohen – Bauten stärker gegliedert waren und sich auf mehreren Ebenen erhoben. Es gab <a href="Tempelpyramide" title="Tempelpyramide">Tempelpyramiden</a> mit vorgelagerten Treppen, Plätze und wahrscheinlich auch zwei <a href="Mesoamerikanisches_Ballspiel" title="Mesoamerikanisches Ballspiel">Ballspielplätze</a>, bei denen allerdings die quergelagerten Spielfeldenden der Spätzeit fehlen und die seitlichen – ansonsten mit schrägen Böschungen versehenen – 'Emporen' eher flach gehalten sind. Wahrscheinlich waren die späten Bauten mit Stuck und Malereien überzogen, doch hat sich davon nichts erhalten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Stelen">Stelen</h3></div>
<p>Die insgesamt 89 Stelen von Izapa werden in die Zeit zwischen 100 v.&nbsp;Chr. und 300/400 n.&nbsp;Chr. datiert; einige der späteren Stelen tragen reliefierte Szenen, wie sie gleichzeitig auch im Maya-Bereich zu finden sind. Keine Stele ist jedoch mit Datums- oder anderen Schriftglyphen versehen – vielmehr finden sich Profil-Darstellungen von unbekannten Göttern oder Priesterkönigen, die nicht statisch-repräsentativ, sondern in aktiven Handlungsweisen dargestellt sind. Vor allem in der südlich der CF200 befindlichen Gruppe 'B' von Izapa finden sich auch einige seltsam anmutende säulen- oder pfeilerartige Stelen mit runden Steinen (Köpfen?) als oberem Abschluss.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Altäre"><span id="Alt.C3.A4re"></span>Altäre</h3></div>
<p>Bislang wurden 61 'Altäre' gefunden, die teilweise <a href="Zoomorph" class="mw-redirect" title="Zoomorph">zoomorph</a> gestaltet sind; andere sind einfache glatte Steinplatten. Ob sie allesamt zu Opferzwecken dienten, ist unklar. Bereits in Izapa zeigt sich eine enge Verbindung von Altarstein und Stele, die sich wenige Jahrhunderte später in verschiedenen Maya-Stätten (<a href="Tikal" title="Tikal">Tikal</a>, <a href="Quirigu%C3%A1" title="Quiriguá">Quiriguá</a> u.&nbsp;a.) finden wird.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Andere">Andere</h3></div>
<p>Daneben wurden in Izapa drei Monumente entdeckt, die als 'Throne' bezeichnet werden, sowie 68 andere skulptierte Objekte, die man – auch aufgrund ihres schlechten Erhaltungszustandes – zum Teil noch gar nicht einordnen konnte.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Aufbewahrung">Aufbewahrung</h3></div>
<p>Einige der Stelen sowie andere Fundstücke aus Izapa sind in einem Saal des neu eingerichteten Museums von <a href="Tapachula" title="Tapachula">Tapachula</a> ausgestellt (siehe Weblink).
</p>
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<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Stele 50 mit skelettartiger Figur</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Stele 21 mit Enthauptungsszene</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Stele 25 mit kleiner Figur vor einer Pflanze, auf der ein Vogel sitzt</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Kleine bärtige Figurine mit einer Tiermaske als Kopfbedeckung </div>
</li>
</ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Stele_5">Stele 5</h2></div>

<p>Die bereits um 1940 entdeckte und außergewöhnlich groß dimensionierte Stele mit der Nummer 5 (Höhe ca. 2,50 m; Breite 1,50 m; Dicke 0,50 m) besteht aus vulkanischem <a href="Andesit" title="Andesit">Andesit</a>-Gestein und ist das komplexeste und außergewöhnlichste Monument, welches bislang in Izapa gefunden wurde. Die Stele zeigt einen <a href="Baum_des_Lebens" title="Baum des Lebens">Lebens</a>- oder <a href="Weltenbaum" class="mw-redirect" title="Weltenbaum">Weltenbaum</a> in der Mitte, in dessen kronenartig ausgebreitetem Astwerk ein kleiner Vogel sitzt. Auf dem Erdboden befinden sich mehrere Personen im Schneidersitz; sie sind ihrerseits in kleineren Gruppen angeordnet – es könnte sich um Herrscher oder Priesterkönige handeln, denen Geschenke, Tribute oder Opfergaben überbracht werden; hinter den Hauptfiguren sitzen Diener mit aufgespannten Schirmen oder Wedeln. Links und rechts des Baumstammes befinden sich zwei stehende Personen mit eigenartigen <a href="Schnabelmaske" class="mw-redirect" title="Schnabelmaske">Schnabelmasken</a> – die linke scheint einer dem Baumstamm entsteigenden Figur behilflich zu sein; auf ihrer Schulter bzw. ihrem Kopf sitzen zwei Vögel. Links und rechts der Baumkrone befinden sich jeweils große abstrakte glyphen- oder wolkenartige Gebilde.
</p><p>Obwohl eine schlüssige Interpretation der dargestellten Szenen bzw. Details noch aussteht, machen der Figurenreichtum sowie die fast erzählerische Darstellungsweise die Stele 5 zu einem der außergewöhnlichsten Fundobjekte nicht nur in Izapa, sondern im gesamten Kulturraum Mittelamerikas. Künstlerisch bemerkenswert ist die Tatsache, dass die verschiedenen Darstellungsebenen nicht strikt voneinander getrennt sind, sondern durch den Baum und andere Details miteinander verknüpft sind.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<p>Andere frühe Kulturen im Süden Guatemalas, bei denen von einigen Forschern ebenfalls olmekische Einflüsse vermutet werden, sind die <a href="Monte-Alto-Kultur" title="Monte-Alto-Kultur">Monte-Alto-Kultur</a> sowie die <a href="Cotzumalhuapa-Kultur" title="Cotzumalhuapa-Kultur">Cotzumalhuapa-Kultur</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Gareth W. Lowe, Thomas A. Lee, Eduardo Martínez Espinosa: <i>Izapa - an introduction to the ruins and monuments.</i> New World Archaeological Foundation, Brigham Young University 1982</li>
<li>Julia Guernsey, Julia: <i>Ritual and Power in Stone – The Performance of Rulership in Mesoamerican Izapan Style Art.</i> University of Texas Press, Austin, Texas 2006, ISBN 978-0-292-71323-9.</li>
<li>Christopher Pool: <i>Olmec Archaeology and Early Mesoamerica.</i> Cambridge University Press 2007, ISBN 978-0-521-78882-3.</li>
<li>Virginia G. Smith: <i>Izapa Relief Carving – Form, Content, Rules for Design, and Role in Mesoamerican Art History and Archaeology.</i> Dumbarton Oaks, 1984.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Izapa?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Izapa</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://web.ku.edu/~hoopes/506/Lectures/Izapa.html"><i>Izapa – Kurzzusammenfassung der archäologischen Erkenntnisse und Hypothesen</i></a> (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.mesoweb.com/es/informes/Izapa.pdf"><i>Izapa - Fotos, Karten, Umzeichnungen + Infos</i></a> (spanisch; PDF; 1,7&nbsp;MB)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.delange.org/Izapa/Izapa.htm"><i>Izapa, Gruppe 'F' – Fotos + Infos</i></a> (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.delange.org/IzapaGroupB/IzapaB.htm"><i>Izapa, Gruppe 'B' – Fotos + Infos</i></a> (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.soconusco.com/soco/turi/izapa.htm"><i>Izapa – Fotos + Infos</i></a> (spanisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.jqjacobs.net/mesoamerica/izapa.html"><i>Izapa – Fotos + Infos</i></a> (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.dartmouth.edu/~izapa/M-6.pdf#search=%27izapa%27"><i>Vincent H. Malmström – Izapa, Aufsatz zu Kalenderthemen</i></a> (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://tapachulaturistica.com/museo/"><i>Museum von Tapachula – Saal mit Funden aus Izapa</i></a> (spanisch)</li></ul>
<p><span class="geo noexcerpt" style="display:none"><span class="body"></span><span class="latitude">14.923405555556</span><span class="longitude">-92.179822222222</span><span class="elevation"></span></span><span id="coordinates" class="coordinates -print"><span title="Koordinatensystem WGS84">Koordinaten: </span><a class="external text" href="geo:14.923405555556,-92.179822222222"><span title="Breitengrad">14°&nbsp;55′&nbsp;24,3″&nbsp;<abbr title="Nord">N</abbr></span>, <span title="Längengrad">92°&nbsp;10′&nbsp;47,4″&nbsp;<abbr title="West">W</abbr></span></a></span>
</p>
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Normdaten&nbsp;(Geografikum): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4255290-4">4255290-4</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/240435716/">240435716</a></span> </div>
</div></div></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-10-17" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Izapa&amp;oldid=260680924">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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